- Counter-Strike – 1999
- CS: Source – 2004
- CS: GO – 2012 (geplant)
Valve ist der Urbegriff des Massen-eSports. Valve ist Half-Life, Valve ist Steam, Valve ist Team Fortress, Valve ist vor allem aber Counter-Strike. Interessanterweise ist Valve auch Dota 2. Mit dem Beta-Start von Counter-Strike: Global Offensive traut sich die Firma aus Kirkland außerdem den Spagat zwischen zwei großen Betas gleichzeitig: der von Dota 2 und der von Counter-Strike: Global Offensive. Eigentlich verbindet die beiden Spiele nicht mehr als die Anzahl der Spieler, aber aus Sicht des eSports beschreiben beide Spiele die gleiche Situation. Bei beiden hat sich in den letzten Jahren die Szene auf verschiedene Spiele aufgeteilt, auch wenn es dabei um ganz andere Zeitskalen geht. Sowohl CS:GO als auch Dota 2 haben allerdings den Anspruch, ihre jeweiligen Szenen zu vereinen.
Während Dota 2 auch dank des 1 Million Dollar-Turniers The International auf der gamescom frenetisch gefeiert wurde, ist die Community in Counter-Strike sehr viel vorsichtiger. Wahrscheinlich ist die Spaltung der Szene in CS 1.6 und CS:S schon so lange festgefahren, dass der Versuch Valves zur großen Wiedervereinigung von Seiten der Spieler gar nicht mehr gewollt ist. Während die Aufspaltung der Dota-Fans in DotA-, HoN- und LoL-Fans der klassischen Zersplitterung einer Minderheitenbewegung gleichkam und dadurch der Verlust an Einfluss und Mediengewicht für alle Beteiligten in Dota ersichtlich wurde, verhält es sich bei einem Marktführer zumeist ganz anders.
Mehr Konkurrenz als Kompetenz
Ein Kollege in der Redaktion meinte letzte Woche im Redaktionsmeeting, angesprochen auf die Einstellung gegenüber Global Offensive: "Ist halt Konkurrenz, ne?" Branchen-Schildkröte David Hiltscher twitterte am Mittwoch: "I'm both excited and afraid about the CS:GO Beta. Not really sure what to expect." Sehr schön sind auch die Aussagen, was man wohl als Erstes tun werde, wenn die Beta startet. "Molotow-Cocktails werfen, sich reinstellen und schauen was passiert", war eine beliebte Aussage in unserer Redaktion. Skepsis gegenüber Valves Casual-Kurs schwingt dabei auf allen Tonlagen mit.
- DotA (WC3-Mod) – 2003
- DotA (Icefrog übernimmt) – 2005
- LoL (Riot Games) – 2009
- HoN (S2 Games) – 2010
- Dota 2 (Valve) – 2012 (geplant)
Natürlich wird auch Dota 2 kritisch beäugt und nicht jeder kann sich mit der aktuellen Beta-Umsetzung vollends anfreunden, aber die Grundeinstellung in der Community erscheint mir doch eine andere zu sein als die bei Counter-Strike: Global Offensive. Auch für uns Redakteure ist es eine spannende Zeit: Welcher Titel wird sich im eSport wie gut entwickeln? Über welche Spiele werden wir in Zukunft berichten? In Dota liegt der psychologische Vorteil bereits beim Valve-Titel; S2 Games und Riot versuchen etwas verkrampft, wenngleich durchaus kreativ dagegenzuhalten. Bei CS macht sich Valve intern Konkurrenz. Die Trends werden dabei in Zukunft vor allem durch zwei Dinge gesetzt: die Entscheidungen der Turnierveranstalter, und die Zahl der tatsächlichen Spieler.
Valve stellt nur das Spiel, die Szene entwickeln die Spieler
Die ESL hat sich aufgrund rückläufiger Entwicklungen in CS 1.6 und verschwindenden Wachstumsaussichten in CS:S bereits auf CS:GO im Voraus festgelegt. Lieber auf ein bisschen Geldverdienen wetten, als die eigene Klientel aussterben sehen, lautet durchaus nachvollziehbar die Devise in Köln.
Das Thema Aussterben ist dabei auch entscheidend bei der Frage nach den tatsächlichen Spielern. eSport-Generationen haben einen Abstand von etwa fünf Jahren. Ein Großteil der potentiellen Spieler von CS:GO hat CS 1.6 und CS:S nie intensiv gespielt. CS:GO zielt deswegen absichtlich auf ein moderneres Spielerlebnis. CS:GO ist insofern auch nicht nur ein Test, was die Zusammenführung von CS 1.6-Generation und CS:S-Generation angeht. Es ist auch ein Test, ob die Spielidee Counter-Strike bei den Käufern von heute überhaupt noch ankommt. Was das angeht, unterscheidet sich Counter-Strike: Global Offensive sogar deutlich von Dota 2. Nur kann eine Beta aus Sourcelern und 1.6lern bei dieser Frage keine zufriedenstellende Antwort geben. Eine beträchtliche Restunsicherheit wird also bleiben.


