Der erste Tag der IEM in Kiew lief ungefähr so reibungslos wie Mutters alter Kadett. Das Ziel hat man zwar irgendwie erreicht, doch der Weg bis dahin war meist für alle Beteiligten eine beschwerliche und unerfreuliche Tortur. Seit Beginn der Veranstaltung gestern Mittag hatten Administratoren und Spieler mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Störungen waren sogar derart beeinträchtigend, dass sich die Organisatoren schon bald dazu gezwungen sahen, das Starcraft-Turnier vorübergehend zu unterbrechen, um der Ursache für die spielstörenden Lags auf den Grund zu gehen und die Probleme bestenfalls zu beheben.
Lags bis hin zur Unspielbarkeit
(fragster.de)
Betroffen war vor allem Johan 'NaNiwa' Lucchesi: Während seines Spiels gegen Eugin 'Strelok' Oparyshev hatte der junge Schwede so starke Lags, dass das reibungslose Spielen für ihn zwischenzeitlich unmöglich wurde. Veränderte Netzwerkeinstellungen und das Beenden unnötiger Software haben die Situation nicht verbessert. In einer Kurzschlussreaktion hat NaNiwa daraufhin angekündigt, das Turnier aufzugeben und somit überhaupt nicht erst für die verbleibenden Spiele gegen Aleksey 'White-Ra' Krupnyk und Oleg 'TitaN' Kuptsov anzutreten. Dieses Vorhaben wurde aber schnell wieder verworfen. Stattdessen hat NaNiwa für den Rest des Abends einen anderen PC benutzt und wurde am Ende sogar Erster in seiner Gruppe.
Noch viel schlimmer hat es allerdings Silviu 'NightEnD' Lazar erwischt. In einer entscheidenden Situation im dritten Spiel gegen Choi 'Zenio' Jung Min waren die Lags dermaßen hinderlich, dass er trotz Vorteil nicht dazu in der Lage war, seine Einheiten präzise zu bewegen und den verdienten Sieg zu erringen – auch wenn man sich darüber streiten kann. Zenio beendete die Serie schließlich mit 2:1. Für NightEnD hätte diese Niederlage das Turnieraus bedeutet, doch der Rumäne legte Protest ein und forderte eine Wiederholung, was Zenio ablehnte. Nach langer Diskussion haben die Admins sich dann allerdings doch für ein Rematch entschieden. Zenio war zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr vor Ort. Bei dem Koreaner liegt jedoch die Entscheidung, ob er ein Best of Three oder Best of One spielen will. Das Spiel wird heute um 17:00 Uhr ausgetragen.
Genaue Ursachen unbekannt
Kurz nach Beendigung des ersten Tages hat IEM-Manager Michal 'Carmac' Blicharz umgehend Stellung zu den Vorfällen genommen. Carmac entschuldigt sich für den misslungenen Ablauf und die zahlreichen Probleme, erklärt aber auch, dass das Team alles in seiner Macht stehende dafür getan habe, um die Lags, die für alle überraschend kamen, zu beseitigen.
To whomever was disappointed with today: I am obviously very sorry that you did not receive the kind of entertainment that we always want to deliver. I can say with all honesty that we did our very best to fix the issues and make sure that the rest of the tournament is flawless.
Schon im Vorfeld habe man sich bemüht, derartiges zu verhindern. Die Location war bereits letztes Jahr Schauplatz der European Championship und wurde auch im Dezember noch einmal ausführlich überprüft. Bei der Cybersport Arena handelt es sich um ein LAN- und Gaming-Center mit integrierter Bühne, die von Anfang für das Austragen von Turnieren genutzt wurde und über zwei voneinander unabhängige 100Mbit-Leitungen verfügt – wovon eine für den Stream und die andere für die Spieler genutzt wird.
Um sicherzugehen, dass es sich nicht um ein Leitungsproblem handelt, habe Carmac nicht nur Blizzard Entertainment, sondern auch den zuständigen Internetanbieter kontaktiert. Da die Turniere von League of Legends und Counter-Strike keine Fehler zu verzeichnen hatten, war der Zusammenhang mit Blizzard natürlich nicht ausgeschlossen. Weiterhin wurden auch sämtliche Computer der Location kontrolliert. Einige wiesen dabei Probleme auf, andere nicht. Die Techniker der Arena haben inzwischen neue Computer eingerichtet, auf denen ausschließlich Starcraft 2 installiert ist. Im restlichen Verlauf des Turniers werden die Spieler nur noch diese Geräte benutzen, was die Störungen weitgehend eindämmen sollte.
Man kann nur hoffen, dass die Mühe des Teams nicht umsonst gewesen ist und der zweite Tag vollkommen ohne unerwartete Unterbrechungen vonstatten geht. Es wäre schade, wenn ein so vielversprechendes Turnier an den oftmals zufälligen Hürden der Technik zugrunde gehen würde.
Quelle: reddit.com


























