Seit dem Release des Spiels wurde League of Legends von den meisten eSportlern grundsätzlich belächelt. Das Riot-Spiel musste sich meist mit jeder Menge Kritik auseinandersetzen. Ob "Comic-Grafik" oder schlechte Spiel-Engine, irgendetwas hatten die Gegner des Spiels immer zu nörgeln. Zwar gab es immer auch berechtigte Kritikpunkte, der Entwickler hat sich jedoch jedes Mal mit diesen beschäftigt und ein Spiel geschaffen, das in allen Ländern der Welt angenommen wird.
Die professionelle Szene hat das, was der Entwickler geschaffen hat, zu Anfang allerdings nicht wirklich umgesetzt. Ob Ringer, Faker, schlechte Manieren oder schlichtweg Nichtantreten, die LoL-Teams machten immer wieder mit negativen Schlagzeilen auf sich aufmerksam. Auch die vielen Wechsel bei den Top-Teams und Statements, die verschiedene Teams und Spieler beleidigten, sorgten nicht unbedingt für einen besseren Ruf der LoL-Spieler.
Durch viel Mithilfe der Entwickler, die mehrere Mitarbeiter nur für den eSport einstellten, hat sich das Bild, Stand heute, ein wenig geändert. Zwar ist wohl noch lange nicht alles perfekt, die Teams haben in Kiew aber gezeigt, dass sie wissen, was Professionalität bedeutet. Das fängt bei dem Geben von Autogrammen an jegliche Fans an und hört bei der gegebenen Fairness auf dem Server auf.
Was den LoL-Teams in die Karten spielt, ist die Omnipräsenz von Riot-Mitarbeitern, die Werbung für ihr Spiel machen. Sie stehen zudem auch als Vermittler zwischen Admins und Teams zur Verfügung, wodurch kaum Missverständnisse entstehen. Zudem sind sie offen für jegliche Fragen aus der Community, die sie meist auch mehr als nur ausführlich beantworten.
Das Publikum auf den Streams stieg beim zweiten Halbfinale derweil über 100.000 Zuschauer und brach damit erneut Rekorde. Starcraft 2 schaffte es in Kiew konstant nicht über 30.000. Auch das zeigt wieder, wo League of Legends im eSport steht, denn egal auf welchem Turnier LoL gespielt wird, die Streams explodieren jedes Mal – auch weil Riot Games den Stream in seinem Game Client verlinkt.
Dies hat die Teams aber bislang nicht daran gehindert, der großen Audienz viele Lächerlichkeiten zu präsentieren. Diese Zeiten scheinen mit den seriösen Auftritten der Teams in Kiew zwar für den Moment vorbei, ob die Spieler und damit auch ihr Spiel allerdings wirklich erwachsen werden, bleibt fraglich. Stark ist definitiv schon einmal die offensive Haltung gegenüber Dota 2, welches von den Spielern und Entwicklern nicht als direkter Konkurrent angesehen wird.
Wie schon TheRainMan im Interview mit fragster verlauten ließ, League of Legends wird eine großartige Zukunft haben, dafür wird Riot Games sorgen. Einzig die Spieler könnten das, was das Unternehmen aufbaut, wieder kaputt machen. Doch wie es momentan ausschaut, wird das nicht mehr passieren, denn auch die LoL-Spieler haben dazu gelernt und wissen, wie man sich zu verhalten hat, insbesondere jetzt, wo die meisten Akteure ihren Lebensunterhalt mit diesem Spiel bestreiten.

