fragster: Hallo Dimaga. Gestern hast Du Deine Gruppenphase abgeschlossen, wie zufrieden bist Du mit den Ergebnissen?
Dmytro 'Dimaga' Filipchuk: Ich bin ziemlich zufrieden, da ich die erste Gruppenphase erfolgreich geschafft habe, was im Vorfeld mein Hauptziel war. Die zweite Gruppenphase wird allerdings viel härter, da man dort auf einige Koreaner treffen wird. Da alle Koreaner in ihren Gruppen weitergekommen sind, wird es sehr schwer, aber wir werden sehen. Ich werde mein Bestes tun und hoffen, dass ich schaffen kann.
Wenn ich mich nicht irre, ist ZvP Dein schwächstes Matchup. Was waren Deine ersten Gedanken, als Du gesehen hast, dass Du gleich mit drei Protoss-Spielern in einer Gruppe bist?
Dimaga: Es war mein schwächstes Matchup. Zurzeit ist es zumindest schon einmal ein bisschen besser als vorher. Daher fühle ich mich zwar noch nicht ganz so wohl in diesem Matchup, aber es ist okay für mich. Im Moment sind alle meine Matchups auf ungefähr dem gleichen Level, daher macht es kaum einen Unterschied, welches Matchup ich zugelost bekomme.
Es gibt ungefähr zwei Spielstile im Moment im ZvP, einmal Mutas/Linge und dann noch mit vielen Roaches. Welche Taktik bevorzugst Du im Moment und warum?
Dimaga: Ich mag den Muta-Style mehr, da es einfach eine kosteneffizientere Strategie ist und ich eine bessere Siegeschance habe mit Mutas/Banelingen als mit Roaches/Ling/Baneling oder auch nur mit Roaches. Aber es geht hier nicht nur um die Strategie an sich, es hängt von vielen kleinen Faktoren an, zum Beispiel ob die Hatchery verzögert wird oder nicht. Daher ist es schwer zu sagen, welche Strategie die Beste ist, da es auch stark von der jeweiligen Map abhängt.
Denkst Du, dass es sehr große Skillunterschiede zwischen Dir und den Koreanern gibt?
Dimaga: Ich denke nicht, dass ich so gut bin wie die Koreaner, aber ich denke, dass die Unterschiede im Skill nicht so groß sind wie es noch in Broodwar der Fall war. Die Situation hat sich einfach angeglichen, da wir Europäer nun auch komplette Pro-Gamer sind und guten Support von Teams kriegen – so wie in meinem Falle von mTw und allen anderen Sponsoren. Ich betreibe die Sache schon sehr professionell und versuche mehrere Stunden am Tag zu spielen und viel über die Matches und Strategien nachzudenken. Außerdem schaue ich mir manchmal die GSL an, daher denke ich nicht, dass der Unterschied so groß ist wie früher.
Denkst Du trotzdem, dass es notwendig ist, nach Korea zu gehen, um das absolute Maximum zu erreichen?
Dimaga: Wenn du die absolute Nummer eins der Welt werden willst, musst du nach Korea gehen, weil dort einfach die besten Spieler der Welt zufinden sind. Aber ich will erstmal der beste Spieler in Europa werden und bei diesem Ziel denke ich, dass man es auch ohne einen Koreaaufenthalt erreichen kann. Trotzdem ist Korea eine sehr gute Erfahrung.
Die Koreaner sind die Topfavoriten beim Homestory Cup. Siehst Du irgendwelche Foreigner, die gegen die Koreaner bestehen können?
Dimaga: Ja, alle die ebenfalls in Korea waren, um dort zu trainieren. Diese Spieler haben die gleichen Chancen wie die Koreaner selber, weil sie die gleichen Bedingungen vorfinden. Sie spielen gegen die Besten der Besten – so einfach ist das.
Du warst schon auf sehr vielen Events in Deiner langen Karriere. Ist der Homestory Cup trotzdem etwas Besonderes?
Dimaga: Das Turnier ist wirklich etwas Besonderes. Man fühlt sich einfach wie zu Hause, ich trage sogar die gleichen Schuhe hier wie in meiner Wohnung. Es ist einfach eine ganz besondere Atmosphäre beim Homestory Cup. Man fühlt sich fast wie in einer großen Familie, man sitzt, chillt, guckt sich die Games zusammen an, streamt zusammen, kommentiert zusammen und spielt zusammen. Es macht sehr viel Spaß und ich liebe diese Wohnung und den Cup.
Ich habe Dich beim Casten beobachtet und Du warst mit sehr vielen Emotionen dabei – hast geschrien und gebrüllt. Macht Dir kommentieren viel Spaß?
Dimaga: Ja klar. Es macht besonders viel Spaß, wenn man großartige Spieler und unterhaltsame Matches zu sehen bekommt. Es ist einfach klasse zu streamen und zu kommentieren.
Du wirst zum IEM-Event nach Kiew reisen. Ist das Turnier eine besondere Herzensangelegenheit für Dich, da es in Deinem Heimatland stattfindet?
Dimaga: Sicher! Ich werde dort nicht nur 100 Prozent geben, sondern versuchen 200 Prozent zu geben, um einfach das Beste rauszuholen. Es gab Qualifikationsturniere für jeden, ich habe mich qualifiziert, daher darf ich dort antreten.
Bilder vom HSC 4 – Samstag
Bilder des dritten Tages des Homestory Cup 4.
Hast Du irgendwelche besonderen Pläne 2012? Irgendwelche großen Ankündigungen?
Dimaga: Es gibt zurzeit keine großen Ankündigungen. Sobald ich wieder zuhause bin, werde ich eine Woche lang trainieren und dann nach Kiew zum IEM-Event fahren. Das ist mein allererstes Ziel in diesem Jahr. Außerdem habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen mehr zu trainieren, bessere Matches zu zeigen und auch bessere Ergebnisse zu erreichen. Ich hoffe, ich kann es umsetzen.
Wie würdest Du die Starcraft-Szene in Deiner Heimat beschreiben? Gibt es viele noch unbekannte Talente?
Dimaga: Ich denke, wir haben bereits starke und etablierte Spieler vorzuweisen, wie mich, White-Ra, Kas und Strelok. Auch sind einige Talente zu finden wie HappyZerg, Underdark und viele mehr. Wir haben also eine Menge an Spielern in unserem Land die absolute Spitze werden können.
Wie denkst Du über Deine Fans? Unterstützen sie dich viel oder üben sie öfters auch Kritik?
Dimaga: Wir haben alle eine Menge Fans, sogar hier beim Homestory Cup. Sogar jemand aus der Ukraine ist hierher gekommen, da er zurzeit in Deutschland lebt. Es war solch eine Freunde, ihn kennenzulernen und mit ihm über vieles zu sprechen. Wir haben über unsere Leben gesprochen und sowas. Es hat mir viel geholfen und ich mag solche Fan-Kontakte sehr. Alle Fans sind wirklich großartig und ich danke ihnen sehr.
Danke vielmals für dieses Interview und viel Erfolg in der Zukunft.





































































































