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Die Zuschauer der EPS SC2 Finals

Vater und Sohn auf den EPS Finals

EPS Finals? Da geht doch niemand mehr hin! Oder etwa doch? Das Publikum auf den SC2 Finals war zwar überschaubar, dennoch war am Freitag durchaus was los im Wohnzimmer der ESL. Wer sitzt da heutzutage im Publikum? fragster hat sich umgehört – und Erstaunliches gesehen.

Geschrieben von Adrian 'Adro' Roeske
, 11.12.2012, 15:00
 

Dass Starcraft 2 es in Deutschland nicht besonders leicht hat, ist keine neue Erkenntnis. Selbst dem äußerst SC2-fernen Autoren dieser Zeilen ist bewusst, dass es gefühlt jeden Tag möglich ist, sich per HD-Stream Matches auf hohem Niveau anzusehen. Warum also nach Köln fahren, um sich dort Spieler anzuschauen, die im Vergleich allenfalls oberes Kreisliganiveau haben? Die ESL hat diese Entwicklung erkannt und sich mit dem Studio zeitgemäß weiterentwickelt. Ein Platzangebot wie im Tanzbrunnen gibt und braucht es nicht mehr, stattdessen gibt es Wohnzimmeratmosphäre und eine gewisse Exklusivität.

Etwas unscheinbar: Der Eingang zu den EPS Winter Finals 2012
Etwas unscheinbar: Der Eingang zu den EPS Winter Finals 2012

Doch auch für ein solches Angebot muss es erst einmal Interessenten geben. Allzu viel los ist am Freitag nicht. Die in Köln herrschenden Wetterverhältnisse haben offenbar einige abgeschreckt, zum Teil werden gekaufte Tickets nicht eingelöst. Mit Beginn der Show ist allerdings zumindest das Studio gut gefüllt. Ein größerer Teil des Publikums liegt im Alter zwischen 16 und 20 Jahren und stammt aus dem direkten Umland. 50 Kilometer Anreise sind zu diesem Zeitpunkt die Ausnahme. Einzig mousesports-Talent HeroMarine ist jünger als alle anderen, mit seinen 15 Lenzen wirkt er hin und wieder etwas verloren, wenngleich er zunächst mit zwei Freunden vor Ort ist.

Dazu mischen sich einige Turtle-Mitarbeiter, deren Büros nur wenige Meter entfernt sind, und eben die, die schon "etwas länger dabei" sind. Die Frauenquote ist im Übrigen erwartungsgemäß gering, einige "Zockerpärchen" sind auf den Plätzen zu finden, jedoch ist anzumerken, dass keine der befragten Frauen unter 21 Jahren jung ist.

"Warum seid Ihr in Köln?"

Diese Truppe lernte sich beim BarCraft in Köln kennen
Diese Truppe lernte sich beim BarCraft in Köln kennen

Die Motivation der Anreise ist unterschiedlich: Einige wollten "schon immer mal" Profis hautnah erleben, andere beschreiben den Besuch im ESL TV-Studio als eine Unternehmung wie jeder andere auch, eine Gruppe hat sich sogar über das Kölner BarCraft kennengelernt und gemeinsam auf den Weg gemacht. Eines eint sie alle: Sie sind Fans von Starcraft 2 und wollen dazulernen und das gehe mit Hilfe der Profis nunmal am Besten.

Im Laufe des Abends findet die übliche Fluktuation statt, einige Hartgesottene bleiben länger als ein paar Stunden, ansonsten hebt sich der Altersschnitt langsam aber sicher an, was auch an der steigenden Anzahl an Kölsch festzustellen ist, welche nun über die Theke gehen. Mit dabei: Fans, Freunde von Spielern, ewige eSport-Enthusiasten. Zudem stellt sich im Rahmen einer Verlosung am späteren Abend heraus, dass inzwischen auch Fans vor Ort sind, die 250 Kilometer Anreise hinter sich haben.

Wohnzimmeratmosphäre im Studio der ESL
Wohnzimmeratmosphäre im Studio der ESL

Auch hier die Frage nach dem Grund: "Eine spontane Aktion", berichten zwei eSport-Fans aus Papenburg. "Nach der Schule waren wir kurz zu Hause und dann ging es direkt los." Die beiden sind 16 Jahre jung und Fans solcher Veranstaltungen, Fragen über kritisch denkende Freunde wirken auf die beiden irritierend: "Zocken tun doch viele." Ähnlich die Antwort eines anderen weit gereisten Fans, der den Besuch auf den Finals mit einer kleinen LAN-Party in Köln verbindet.

Eine moderne Vater-Sohn-Beziehung

Die interessanteste Kombination des Abends kommt allerdings aus dem benachbarten Düsseldorf: Vater und Sohn haben sich zusammengetan, um nach Köln zu den Finals zu fahren. "Mit meinem anderen Sohn fahre ich regelmäßig ins Fußballstadion. Wir beide haben uns überlegt, was wir gemeinsam gern machen würden, und dann hat sich das hier ergeben." Die beiden sitzen im Publikum und philosophieren angeregt über Entscheidungen, die die Spieler treffen. "Ich habe früher selber Starcraft 1 gespielt", erklärt der Vater des 17-Jährigen, der nach wie vor offenkundig eine Faszination für Videospiele hegt.

Die ESL Arena wollte sich nicht so recht füllen
Die ESL Arena wollte sich nicht so recht füllen

Der Mittvierziger fühlt sich trotz des jungen Publikums im Studio wohl, wenngleich ihm persönlich die Arena besser gefällt: "Man erkennt auf der großen Leinwand deutlich mehr als auf den kleinen Monitoren und schließlich wollen wir noch ein bisschen dazulernen." Der nächste gemeinsame eSport-Ausflug soll zum Homestory Cup nach Krefeld führen. "Sofern ich freibekomme, sind wir dabei", lautet die Aussage, welche in diesem Moment auch deutlich macht, dass es hier nicht nur darum geht, gemeinsam Zeit zu verbringen sondern auch einem gemeinsamen Interesse nachzugehen.

Es gibt aber offenbar auch ein erzieherisches Interesse: Im weiteren Verlauf des Gesprächs kommt die Problematik um die am Computer verbrachte Zeit zur Sprache. "Natürlich gibt es hin und wieder den Konflikt zwischen ihm und mir, wenn es darum geht, wie viel Zeit er am PC verbringen darf und sollte. [...] Es ihm ganz zu verbieten wäre kein richtiger Weg und alles zuzulassen ebenso wenig." Die logische Konsequenz: Den Mittelweg suchen und das Hobby verstehen lernen.

"fragster und readmore? Sagen mir nichts."

Dabei gibt es zwei Wege: offline über Events und online über Szeneseiten. Hier stellt sich heraus, dass der aktuelle Stand der deutschen Seiten in SC2 kein besonders guter ist: Die großen deutschen Portale kennt kaum jemand, szenespezifisch fällt auch bei Namen wie mystarcraft.de eher seltener der Groschen. Reddit und TeamLiquid sind die Seiten, die gelesen und wahrgenommen werden. Die Besucher sind offensichtlich auch Teil der Eingangs erwähnten Entwicklung, mit dem Unterschied, dass die Faszination für Offline-Events trotz des vermeintlich schlechten Skills der Spieler ungebrochen ist und dass anscheinend nicht jeder direkt den Anspruch auf die Grandmaster-Liga hat.

Diese Faszination ist es, die den Schlüssel für die Zukunft darstellen könnte. Was die Besucher-Klientel angeht, hat sich in der Zusammensetzung im Vergleich zu früher nicht besonders viel verändert. Allerdings haben sich die Ansprüche und Erwartungen gewandelt. Gerade bei der jüngeren Generation scheint die Motivation zu sinken, wenn es darum geht, sich in eine große Halle zu setzen und den Abend damit zu verbringen auf eine Leinwand zu starren. Denn das geht eben auch von zu Hause aus.

Vor Ort sind lauter Menschen, die unterhalten werden wollen, die einen netten Abend verbringen wollen, die etwas lernen wollen, die die Pros kennenlernen wollen und wenn man so will, dann hat diese Zusammensetzung etwas Bodenständiges – was spätestens beim endlosen Basteln von Fanplakaten deutlich wird. So schwer der Stand von deutschem SC2 sein mag und so sehr sich die Ansprüche der Zuschauer gewandelt haben – ein gemeinsamer Ausflug ins Wohnzimmer der ESL ist ein guter Grund, um nach Köln zu kommen. Selbst für einen SC2-fernen Autoren.

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EPS Winter 2012 Finals

ESL Pro Series Winter 2012 Teaser

CS: Global Offensive

  1. Team Alternate
  2. n!faculty
  3. mousesports
  4. Team Gamed.de

League of Legends

  1. mousesports
  2. mates & more
  3. myRevenge
  4. Team Gamed.de

Starcraft 2

  1. monchi
  2. XlorD
  3. Socke
  4. HasuObs

Das Preisgeld

Counter-Strike: Global Offensive

  • 1. Platz: 7.500 Euro
  • 2. Platz: 3.750 Euro
  • 3. Platz: 2.000 Euro
  • 4. Platz: 1.200 Euro
  • 5.-6. Platz: 600 Euro

League of Legends

  • 1. Platz: 3.500 Euro
  • 2. Platz: 1.800 Euro
  • 3. Platz: 1.100 Euro
  • 4. Platz: 700 Euro
  • 5.-6. Platz: 300 Euro

Starcraft 2

  • 1. Platz: 3.000 Euro
  • 2. Platz: 1.500 Euro
  • 3. Platz: 800 Euro
  • 4. Platz: 400 Euro
  • 5.-8. Platz: 200 Euro

Insgesamt: 44.550 Euro

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