Neue Verhältnisse?
Mit Qualifikations-Cups können es EPS- sowie EAS-Spieler auf die Playoffs der EPS Spring Season 2012 schaffen. Das Zusammentreffen der beiden Spielklassen sorgte dabei direkt in der ersten Ausgabe für einige Überraschungen. So schafften es Favoriten wie Dennis 'HasuObs' Schneider oder Sascha 'GoOdy' Lupp nicht in die Top 3, GoOdy schied gar schon in der ersten Runde aus. Auch selbsternannte Favoriten wie Daniel 'XlorD' Spenst schieden teilweise in den ersten Runden aus, so dass sie wenig bis gar keine Punkte aus dem ersten Qualfikations-Cup mitnehmen konnten. Es wussten aber viele EAS-Spieler, allen voran Philipp 'monchi' Simon zu überraschen. Gehört den EAS-Spielern die Zukunft in der EPS?
Anderer Ausgangspunkt, aber doch gleiches Ziel?
Für Jonathan 'DarKFoRcE' Belke hat die neue Saison nicht besonders erfreulich angefangen, startet er doch für die Cups nicht von der EPS aus, sondern von der EAS. Sein Glück ist, dass der Unterschied zwischen EAS und EPS ab dieser Spielzeit kaum noch relevant ist, da sowohl die Top 20 der EAS, als auch sämtliche EPS-Spieler die Chance haben, auf den EPS Playoffs zu spielen. "Eigentlich ist mir das ziemlich egal, dass ich in der EAS gelandet bin", so DarKFoRcE gegenüber fragster. Noch in der letzten Saison war er auf den Playoffs und spielte gar nicht so schlecht, doch in der Qualifikation kam es dann zur Überraschung – Abstieg in die EAS war angesagt. Doch ist der Startpunkt EAS nun besser oder schlechter als in der EPS?
Einige Vorteile zu finden
Offensichtlich hat das System einige Vorteile mit sich gebracht. So ist unter anderem für mehr Spannung gesorgt, treffen doch EAS-Spieler auf größtenteils routinierte EPS-Spieler, so dass ein guter Mix zwischen bekannten Gesichtern und weniger bekannten, aber doch talentierten Spielern zu finden ist. Auch sieht DarKFoRcE es durch mehr Spiele an einem Tag positiver, zumal es das Losglück mit ihm in der letzten EPS-Saison und auch der davor nicht unbedingt gut mit ihm meinte. Das Seeding spielt eine nicht mehr ganz so wichtige Rolle, was ebenfalls als Vorteil angesehen werden kann. Außerdem sorgen mehr Spiele für mehr Unterhaltung, auch für die Zuschauer. Auch die Tatsache, dass er öfter gegen EAS-Spieler spielen wird, irritiert DarkFoRcE nicht und er werde jeden Gegner ernstnehmen und sein Bestes tun: "Ich werde die EAS-Matches sicher nicht so ernst nehmen und mich eher selten speziell darauf vorbereiten, aber trotzdem konzentriert spielen."
Nicht frei von Nachteilen
Auch wenn die ESL gerne die neuen Vorteile des Systems hervorhebt, so gibt es zweifelsohne auch Nachteile. Das perfekte System muss eben noch erfunden werden.
So stellt DarKFoRcE an erster Stelle fest: "Es ist halt etwas nervig, Sonntags Pflichtmatches zu haben, da das Probleme mit internationalen Events gibt. Die ESL erlaubt es auch nicht, diese zu verschieben – nicht einmal für ESL-eigene Events. Zwar kann das Spiel mit Zustimmung des Gegners verschoben werden und es gibt generell auch Wildcards, aber speziell für diesen Fall (Amn. d. Red.: Konflikt mit internationalen Events) gibt es keine zusätzlichen." Diesen Fall scheint die ESL in der Tat nicht bedacht zu haben. Auch als international erfolgreicher Spieler wie DarKFoRcE kann man eben in der EAS landen, auch wenn man beispielsweise auf der IEM Sao Paulo einige sehr gute Spiele gezeigt hat. Gut hingegen ist nach der Meinung von DarKFoRcE hingegen der Termin für die EPS: "Die Spiele in der EPS sind ja immer Dienstags, das geht praktisch immer." – der Zeitpunkt, zu dem die Turnierbäume veröffentlicht werden, ist allerdings denkbar spät. "Das lässt keinerlei Vorbereitung auf zum Beispiel den ersten starken Gegner im Grid zu", stellt DarKFoRcE zutreffend fest.
Überraschungen nicht ausgeschlossen
Der Verlauf des ersten Qualifikations-Cups überrascht den Alternate-Akteur nicht sonderlich, da "immer mal Favoriten verlieren werden", lediglich eine Niederlage fiel ihm ins Auge: "Dass GoOdy gegen irgendwen dann direkt verloren hat, kam schon unerwartet." Doch das bestätigt unterdessen nur die Spannung und die Unvorhersehbarkeit, die solche Cups mit sich bringen.
Fazit: Kaum Veränderungen aus eigener Sicht – Vor- und Nachteile in etwa gleich
Für DarKFoRcE persönlich stellt die neue Ausgangssituation also keine wirklich große Veränderung dar. Im Rahmen seiner Teilnahme an internationalen Events könnte es zu Problemen kommen und auch einige der teils verwunderlichen Regelungen im EPS-Regelwerk könnten ihm das Leben ein wenig schwerer machen, aber durch das Cupsystem ist er weniger vom Losglück abhängig, weswegen er seine Chancen in dieser Hinsicht leicht erhöht sieht. Auch spielt das Seeding keine große Rolle mehr. Vor- und Nachteile gibt es immer, doch bisher scheint das neue System zumindest für Zuschauer erfreuliche Änderungen gebracht zu haben. Inwieweit DarKFoRcE durch internationale Events in terminliche Schwierigkeiten kommen wird, bleibt abzuwarten.

