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| Keine Akzeptanz, selber Schuld! |
geschrieben am 03.03.2011 um 17:04:59 (letzte Änderung 11.04.2011 15:50:33)
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Heinrich und Sigi betreten Halle 23. Von der einen Seite laute Musik, von der anderen ein englischer Kommentar. "Gut, mit Musik kann ich schon was anfangen, das gabs ja auch schon, als ich jung war, aber was zur Hölle ist mit den großen Bildschirmen los, da bewegen sich ja Menschen mit einem Ball am Fuß. Hör mal Heinrich, die spielen da Fußball, so elektronisch." "Wusste gar nicht, dass sowas kommentiert wird. Und was bedeutet bitte TBH und n!faculty, so heißt doch kein Mensch."
Einmal eSport und zurück
Richtig, so heißt kein Mensch, aber das können Heinrich und Sigi ja nicht wissen, immerhin sind sie zwischen 50 und 60 Jahre alt. Zu Ihrer Jugend gabs derartige Spiele nicht. Die Herrschaften waren schon etwas verwirrt – wussten auch gar nicht, wer da gegen wen spielt, immerhin waren da ebenfalls SC2-Spieler auf der Bühne. Nach einer längeren Unterhaltung, eine gründlichen Erklärung der Geschehnisse inbegriffen, atmete Heinrich tief durch: "Ahhh so ist das also, hör mal Sigi, das ist zwar nichts für mich, man muss ja nicht alles mögen, aber akzeptieren sollte man es schon." "Genau Heinrich, wir haben auch nicht immer die Dinge getan, die unsere Eltern oder die vom Krieg sehen wollten. Danke nochmal für die Auskunft. Wofür arbeiten sie nochmal?". Auf den Presseausweis zeigend: "Fragster.de, eine Webseite, die über eSport, wettbewersmäßige Computerspiele berichtet." Heinrich entgegnet nochmal: "Diese ESL, wie Sie gerade sagten, die stellt das ja hier auf die Beine, aber wir von vorgestern, wir verstehen das auf Anhieb nicht, hätten wir Sie nicht getroffen, dann würden wir wahrscheinlkich immer noch fragend umherirren, warum stellt die nicht so kleine Erklärungsflugblätter auf?" Kurz noch das zweite Tor von TBH mitnehmen und schon zischen die älteren Herren vom Umweltministerium Nordrein-Westfahlen ab.
Mit eSport zur Erziehung?
Man ist zuweilen schon lange unterwegs, bis man geeignete Interview-Partner in einem gewissen alter findet, Nach einer halben Stunde also: diese Zuschauer waren etwas jünger, zwischen 40 und 50. "Wissen Sie, wenn man für das Land Nordrein-Westfahlen Erzieher ausbildet, sollte man sich mit neuen Medien beschäftige. Wir haben gerade eine e-Learning Plattform bei uns eingeführt. Das war schon ein heiden Aufwand, nun sind wir auf der Suche nach neuen Inhalten. Da sind wir hier anscheinend genau richtig, was sind denn das da für Videoleinwände und was spielen die da?"
Also nochmal von vorne, zehn Minuten erklärt was hier so alles abgeht. Wiederum treffe ich auf horchenden Ohren. "Schön, dass uns jemand aufklären konnte. Als wir hier eingetreten sind, konnte ich gar nichts mit dieser großen Bühne anfangen, es hat sich mir auch nur wenig erschlossen. Das muss doch vielen Leuten in userem Alter so gehen. Warum haben die hier nicht eine Erklärungstafel. Da blickt man doch als Outsider gar nicht durch." Das nötige Vokabular ist zum Teil schon vorhanden. Doch wiederum muss man feststellen, dass ohne Auskunft, die älteren Leute nicht so recht verstehen - wer gegen was in was für einem Spiel, und allgemein.
Was tun?
Sicherlich, die ESL bemüht sich unübersehbar um Aufklärung. Nicht zuletzt mit der Bundestagslan. Dennoch verschwendet man ein gewisses Potenzial. Immerhin ist man schon mit einem großen Stand auf einer weltweit bekannten Messe – ja die Messe für Internet- und Telekommunikationstechnologien. Im Grunde Kritik auf hohem Niveau. Die ESL wandert da auf einem schmalen Grad. Man darf auch nicht an jede Wand kleben, dass eSport elekronischer Sport heißt. Durchaus erreicht man mit den Eltern-Lans auch ein breites Pubklikum. Derartige Pädagogen, wie sie gerade vor dem Mikrofon standen, bleiben dabei allerdings auf der Strecke. Sie haben keine Kinder in dem entsprechenden Alter, sind nicht durch Zufall auf Eltern-Lans gestoßen und sind auch keine Bundestagsabgeordnete. Da frage ich mich doch, sollte man nicht auch vor Ort in Hannover maßnahmen ergreifen, um dieses Spektrum ebenfalls abzudecken? Doch nicht nur das, auch wir als junge Generation können den älteren dabei helfen, entsprechende Sachverhalte zu verstehen. Ich habe jedenfalls noch nie erlebt, dass ein junger Zuschauer einen älteren Anspricht, wenn dieser stark den Eindruck erweckt, dass er nicht versteht, was da vorne vor sich geht.
Ganz klar, da sind wir alle - egal ob eSport-Redakteur, ESL-Staff-Mitglied, oder einfacher Zuschauer – insofern man den Sachverhalt darstellen kann, sollte man auch die Initiative ergreifen. Im Kampf um Akzeptanz ist jede helfende Hand gerne gesehen.
Erfreulich
Ich gebe zu, es überrascht, aber erfreut zugleich, dass alle älteren Zuschauer mit denen man spricht, den eSport und seine Teilnehmer tolerieren. Nicht zu glauben, man schafft es sogar, die Stereotypen von Killerspielen zu beseitigen. Toleranz, mehr aber auch nicht, nicht ein Interview-Partner möchte sich zukünftig mit eSport in irgendeiner Weise beschäftigen. Der Grobe Tenor: "Lass die da doch spielen, ich gucke mir Fußball trotzdem lieber mit 80000 im Stadion an."
Ein Einblick von der Cebit, euer stets konfuser kokoloris.
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