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Blog Eintrag Bewertung|Intern: 20.449 von 100 Punkte
Eine Welt - Ein Trauerspiel
geschrieben am 12.03.2012 um 02:30:37 (letzte Änderung 31.08.2012 01:15:43) Z
Das Schöne von Einst ist nicht mehr!
Das könnte man meinen, wenn man die Geschichten aus der "guten alten Zeit" hört, in der "alles besser war". Doch war dem wirklich so, oder leben wir Menschen in jedem Jahrzehnt und jedem Jahrhundert in derselben Misere?

Meines Erachtens hat sich nicht wirklich etwas verändert. Klar, vieles ist heutzutage deutlich angenehmer und komfortabler als früher, doch gehen mit dem Fortschritt immer auch neue Lasten einher. Was früher die Pest war, ist heute das HI-Virus, was der ausbeutende Adel war, ist heute der kapitalistische Staat. Die Terminologie hat sich geändert, ja, doch das Problem bleibt dasselbe. Unser ganzer Fortschritt führte zwar zu einem immer angenehmeren Alltag, brachte jedoch auch neues Leid mit sich. Leistungsdruck und Geldmangel an allen Ecken und Kanten bleibt uns auch - oder gerade heute nicht erspart und so kommt es auch dazu, dass vermeintliche Modekrankheiten wie "Burnout" die Runde machen.

Prinzipiell kann man also nicht sagen, dass früher alles besser gewesen sei. Dennoch stellt sich mir die Frage, ob das, was wir heute - und augenscheinlich schon seit Ewigkeiten - als fortschrittliches Dasein beschreiben, etwas ist, das ich mit meinem gesunden Verstand als erstrebenswertes Gut ansehen kann. Ich blicke mich um und sehe idealisierte Banalitäten, die die Meute blenden. TV-Programme auf absolut unterstem Niveau locken Millionen. Billiger Klatsch und Tratsch sind die Gesprächsthemen des Alltags und nicht etwa lohnenswerte, geistig fordernde Dinge wie Wirtschaft, Moral oder Ethik. Sicher, man muss nicht ständig alle Lamellen seines Hirns auf Hochtouren halten, doch sind die BILD und Galileo nichts Bildendes!

Dummheit obsiegt, so muss man meinen. Minderbemittelte arbeitslose Asoziale vermehren sich auf Gedeih und Verderb und das Bildungsbürgertum kümmert sich lieber um die Karriere, um in der heutigen Zeit überhaupt noch Schritt halten zu können. Früher wurde der Pöbel bewusst dumm gehalten, heute ist er es selbst, der sich dumm hält. Unsere Gesellschaft lässt kaum noch Platz für Familie und Karriere und so driften wir immer weiter in eine Richtung, in der die Zahl der Intelligenten im Nichts der Idiotie zu verschwinden droht. Fußballergebnisse und Promi-News sind die Themen, die die Menschen bewegen, doch wirklich erfüllend dürften diese eigentlich nicht sein.

Schaut man sich die Menschen in seinem Umfeld einmal genauer an, merkt man schnell, dass viele eine Unwissenheit beherbergen, die so grenzenlos erscheint, dass auch nur der kleinste Funken Bildung ein leuchtendes Feuer verursachen würde. Das Problem ist hierbei jedoch, dass sich so ziemlich jeder seinem Gegenüber überlegen fühlt und so versiegt der schallende Appell zumeist im seichten Öd, das die meisten als harte Faktizität verstehen und erreicht hauptsächlich die Majorität, vor der er eigentlich warnen sollte. Diamanten für die Säue sozusagen.

Die Ahnungslosigkeit wächst und der Drang nach Bildung verweilt bei viel zu vielen Menschen im Tiefschlaf. Nicht die Menschen in den Ländern der dritten Welt sind zu bedauern, wir sind es! Unsere Bequemlichkeit und Arroganz haben uns vom Pfad der Weisheit abgebracht und führen uns in eine Richtung, in der wir mit unserer Ignoranz auf der Strecke bleiben und von denen überholt werden, die wir bedauerten und, ob unserer geistigen Trägheit, wahrscheinlich auch beim Vorbeiziehen noch bedauern werden.

Z
Von Citybythesea
12.03.2012
02:30
493

b  KOMMENTARE (4)

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#1 Fairytale
- GoOdy-Fan
Du würdest dich wundern, wie vielen Menschen dieser Welt Galileo tatsächlich enorm viel beibringt! Abgesehen davon, dass die dort erzählen könnte, eigentlich sei der Himmel Pink und die Leute würden es glauben!

Stimme dir übrigens komplett zu. Unsere Gesellschaft heutzutage ist einfach zu 80% wie oben. Die einen mehr die andern weniger. Würde mich selbst auch teilweise dazuzählen.

Das schlimmste finde ich dann das Pseude-Gutmenschen-Getue von den faulen Inet-Kids mit ihrem KONY-Video. -> "Ich habe das Video geteilt, ich habe die Welt verbessert."
Das Video beweist übrigens auch das Desinteresse der Menschen, die sich einfach keinen Deut drüber informieren (wollen).
#2 Orbitus
- ESC LoL-Fan
Sehr schön geschrieben und es steckt sehr viel Wahrheit dahinter. Jeder sollte sich in der hinsicht einfach einmal selbst betrachten und er wird merken das vieles davon auch auf einen selbst zutrifft. Der mensch ist und bleibt ein Gewohnheitstier. Eigentlich sollte sich jeder erst einmal selber am kragen packen und seine eigenen Fehler eingestehen.

Was sieht man jedoch in der Welt ? Jeder schiebt dem anderen die Schuld zu nur um gut dazustehen ?
Es ist nunmal so aber es ist traurig eigentlich. Kann nur immer wieder sagen das man immer bei sich anfangen sollte und dann kann man andere kritisieren. Hoffe diesen Beitrag von Citybythesea werden noch viele lesen und ein wenig zu Herzen nehmen.

Werde es selbst auch versuchen.
#3 prosperity
finde den blogeintrag grundsätzlich schön zu lesen, vor allem auch mal ein solches thema hier zu finden.

störend empfinde ich aber die einseitige betrachtung, zumindest habe ich nur diese herauslesen können, aber dieses pauschalisieren wirkt fast schon sympathisch! :)

ich glaube nämlich, dass es einigen leuten reicht, in ihrem leben glücklich zu sein, und dass dazu vielleicht für die einen weniger plato, sondern eher unterhaltungsfernsehen gehört.

will auch gar nicht all zu viele worte hier notieren, das könnte schon wieder zu anstrengend sein, sich gedanken machen zu müssen, aber hoffe darauf, weitere blogs dieser art lesen zu dürfen.
#4 Vooudoow
- DongRaeGu-Fan
Ich glaube dies war der erste wirklich gute Blog den ich hier auf Fragster , seit meiner Registrierung, gelesen habe. Spiegelt zum Großteil meine Meinung wieder.
Eine Frage bezogen auf deinen Blog habe ich aber für dich:

Citybythesea
Früher wurde der Pöbel bewusst dumm gehalten, heute ist er es selbst, der sich dumm hält

Ist doch heute noch der Fall oder meinst du nicht,dass die von dir angesprochenen medialen Ergüsse nicht diesem Zweck dienen? Dient die BILD nicht nur dazu den Leuten mit weniger beanspruchter grauer Masse , die Informationen zugänglich zu machen die sie auch nur begreifen/verstehen sollen. Oder auch die Fernsehserien "auf unterstem Niveau". Als Unterhaltung kann man solche Verbrechen ja wohl nicht verstehen ,wohl eher soll damit unterschwellig das Unterbewusstsein der Zuschauer beschäftigt werden. Stichwort: Identifikation ,Akzeptanz und Resignation?

Hat echt spaß gemacht den Blog zu lesen , thx :)

Zuletzt editiert von Vooudoow am 04.05.12 um 16:38:30 Uhr
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