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Michael Haenisch-Interview über NGL ONE Höhere Preisgelder durch neues Konzept
fragster: Warum hat die NGL ONE erst jetzt die Finals angekündigt?
Michael Haenisch: Bereits seit Frühjahr 2008 stehen wir im Dialog mit der G7 über die Auszahlung der Preisgelder. Erstmals nach der Games Convention 2007, dann auch nach dem Finale in Berlin im Februar 2008 zahlten wir die Preisgelder mit Verzögerung aus, d.h. nicht so früh wie es von uns beabsichtigt und den Teams vorab bekannt war. Die G7-Clans baten uns deshalb, diese NGL Finals zu verschieben bis ein Großteil der Preisgelder ausgezahlt ist, mit dem Verweis darauf, dass sie ansonsten nicht teilnehmen könnten und wollten. Ende Oktober wurden die Preisgelder so weit ausgezahlt, dass wir gemeinsam mit der Planung der Finals beginnen konnten. Wie viel Prozent der Preisgelder wurden bisher ausgezahlt? Michael Haenisch: Die Preisgelder der Games Convention 2007 sind allen Teams in zwei Raten vollständig ausgezahlt worden, die Preisgelder des Finales in Berlin wurden bisher einigen Teams vollständig ausgezahlt (beispielsweise allen Teams, die lediglich eine Teilnahmeprämie erhalten haben). Alle anderen Teams haben mindestens die Hälfte der Preisgelder des im Februar 2008 veranstalteten Final-Events überwiesen bekommen und werden in den nächsten Wochen die Restsumme erhalten. Weswegen wurden die Preisgelder von den Teams erst so spät ausgezahlt? Michael Haenisch: Leider sind in diesem und im letzten Jahr einige Firmen ihren Zahlungsverpflichtungen uns gegenüber nicht nachgekommen, obwohl wir Produkte und Dienstleistungen wie verabredet geliefert hatten. Einige haben sich verkalkuliert und konnten vorerst nicht zahlen, andere sind sogar insolvent geworden. Hierbei ging es um erhebliche uns geschuldete Geldbeträge, weshalb wir die Auszahlung der Preisgelder verzögert haben, gleichzeitig aber den Teams versicherten, dass die Preisgelder sicher ausgezahlt würden. Viele Firmen in Deutschland gehen kaputt, weil Kunden nicht bezahlen – wir haben durch geeignete Maßnahmen dafür Sorge getragen, dass uns, unseren Mitarbeitern und Azubis sowie auch den Teilnehmern unseres Ligabetriebs dieses Schicksal erspart bleibt. Welche Rolle spielte die G7 im Laufe dieser Zeit? Michael Haenisch: Die G7 ist für uns ein starker und verlässlicher Partner, mit dem wir über Ideen, Vorschläge und Probleme jeglicher Art sehr offen kommunizieren. Im Allgemeinen wird die G7 als Vertreter und Schiedsgericht akzeptiert, wenn es beispielsweise um die Klärung strittiger Entscheidungen oder Vertragskonflikte geht. Genauso nutzen viele Teams die Möglichkeit, sich an die G7 zu wenden, wenn Preisgelder nicht ausgezahlt werden. Wir haben deshalb in der Kommunikation mit der G7 sehr partnerschaftlich versucht, eine Lösung zu finden, die für alle Beteiligten funktioniert. Für das Verständnis und Entgegenkommen der Teams und Teilnehmer sind wir sehr dankbar. Warum haben sich beide Parteien dazu entschieden, die Sache nicht zu veröffentlichen? Michael Haenisch: Da wir zu keiner Zeit Zweifel daran haben aufkommen lassen, dass wir die Preisgelder auszahlen wollen und werden, sahen die Teams darin wohl keine Notwendigkeit. Sicherlich ist keiner darüber glücklich, wenn er sein Geld verspätet bekommt. Allerdings haben wir aber sehr offen über die Ursprünge der Probleme Auskunft gegeben und sind auf recht viel Verständnis gestoßen. Die teilnehmenden Teams und die G7 wissen, dass sie unserem Wort Glauben schenken können. Zudem haben viele größere Teams durchaus die gleichen oder ähnliche Erfahrungen am eigenen Leibe gemacht. Eine Veröffentlichung hätte also keinem etwas gebracht. |
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Weshalb finden die NGL ONE Finals so kurz vor Weihnachten statt? Michael Haenisch: Wir wissen seit einigen Wochen, dass sich viel in der Szene der Warcraft 3-Profiteams tut. Ende des Jahres ist für uns die letzte Gelegenheit, mit den Teams in dieser Konstellation zusammen ein Finale zu veranstalten. Ursprünglich gingen wir auch von der Teilnahme Gravitas Gamings aus, allerdings wurde uns kurzfristig von der Clanleitung mitgeteilt, dass man nicht mehr die notwendige Spieleranzahl stellen könne, um am Finale teilzunehmen. Zuvor haben wir mit den Finalisten besprochen, welche Spieler zu den Finals zugelassen werden, da wir wegen der langen Pause zwischen Saison und Finale eine Sonderregelung im Dialog gesucht haben. Warum war eine entsprechende Sonderregelung für mousesports nicht möglich? Der Clan gab doch Ende Oktober sein neues Warcraft-Team bekannt. Michael Haenisch: Davon ausgehend, dass die NGL ONE Finals regulär etwa 4 bis 6 Wochen nach Saisonende gespielt werden, wäre mousesports laut Regelwerk nicht spielberechtigt gewesen. Die Leistungen haben für die Qualifikation gepasst, aber es standen nicht mehr ausreichend viele spielberechtigte Spieler zur Verfügung. Deshalb war recht klar, dass mousesports durch mTw ersetzt würde. Gravitas hingegen vollzog die Spielerwechsel erst sehr viel später, weshalb wir hier gemeinsam mit den anderen Finalteilnehmern eine Ausnahmeregelung suchten, damit sie nicht durch das späte Finale benachteiligt wären. Ist bereits bekannt, wer der vierte Finals-Teilnehmer sein wird? Laut Tabelle wäre ja H2O-PMS der aussichtsreichste Nachrücker. Michael Haenisch: Wir haben mit verschiedenen Teams gesprochen und über verschiedene Alternativen nachgedacht. Leider hat sich kein Team gefunden, welches den kurzfristigen Ausfall von Gravitas Gaming kompensieren konnte. Einige andere angefragte Teams haben leider ähnlich wie Gravitas kein vollständiges Lineup und es scheint uns nicht sinnvoll, ein Team der hinteren Tabellenränge auf die Finals zu holen. Deshalb werden wir die NGL ONE Finals mit nur drei Teams ausspielen. (Anm. d. Red.: Die drei Teilnehmer teilen das Preisgeld zu gleichen Teilen unter sich auf, jedes Team bekommt somit ca. 5.333 USD) Inwieweit haben Teamligen wie die NGL oder WC3L in WC3 noch eine Zukunft, nachdem die Clans offenbar mehr und mehr ihren Fokus auf die Einzelwettbewerbe legen? Michael Haenisch: Die NGL hat die Zeichen der Zeit erkannt und die deutliche Sprache der Teams verstanden. Teamligen sind für die Top-Clans extrem teure Veranstaltungen wegen hohen Reisekosten und Gehältern, die über die Jahre stark gestiegen sind. Nur aus Prestigegründen eine Teamliga zu spielen, macht für die Profiteams kaum noch Sinn, weshalb wir die NGL in der jetzigen Form nicht weiterführen werden, sondern zeitnah zwei daran anknüpfende Konzepte vorstellen werden. Von den Teammanagern und Spielern, denen wir unsere Ideen präsentiert haben, kam bislang ein ausschließlich sehr positives Feedback. Die Finals im Dezember werden daher die letzten der NGL ONE, die wir in dieser Form veranstalten werden. Inwieweit wirkt sich das neue Konzept auf die Preisgelder der Liga aus? Michael Haenisch: Das neue Konzept werden wir erst in den kommenden Tagen vorstellen, deshalb werde ich nicht allzu sehr vorweggreifen. Die ausgeschütteten Preisgelder je Saison werden sich durch das neue Konzept erhöhen. Welche Schlussfolgerungen zieht die NGL ONE aus dieser Geschichte? Michael Haenisch: Unser Bestreben ist natürlich, dass solch starke Verzögerungen bei der Auszahlung von Preisgeldern nicht mehr vorkommen. Gegen unabsehbare Einflüsse kann man sich allerdings nur sehr schwer oder gar nicht absichern. Ich denke, dass man ganz realistisch sehen sollte, dass die Wirtschaftskrise gerade auch den eSports hart trifft und noch treffen wird. Der Ausblick für 2009 sieht nicht schlecht aus, jedoch werden wir trotz neuer Sponsoren und Auftraggeber einen Sparkurs verfolgen, wobei jedoch keine Projekte geschlossen oder Mitarbeiter entlassen werden. Vielen Dank für das Gespräch.
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