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yAwS überrascht auf den EPS Finals Mit WCG-Motivation zur Silbermedaille
Eine Tatsache wurde an diesem Wochenende im Kölner Expo XXI oft durchgekaut: Der extrem schwache Saisonauftakt von Marc 'yAwS' Förster. Der Human-Spieler selber dürfte zu Beginn dieser Season wohl kaum noch an die Wende geglaubt haben und scherzte im Spiel gegen hanf am fünften Spieltag über seine Situation, indem er seinen Gegner fragte, ob die beiden sich "auf der Rele sehen". Diese vielleicht etwas flapsige Bemerkung und die Tatsache einer begonnenen Ausbildung verstärkten den Eindruck vieler Beobachter, dass yAwS seine eSport-Karriere vielleicht schon aufgegeben hatte. Doch der 18-Jährige schaffte die Wende und drehte ab EPS-Spieltag Nummer sieben auf. Lediglich gegen Heinrich 'S.o.K.o.L' Rennert gab yAwS noch drei Punkte ab. Dass er sich letztlich jedoch mit Stats von 10:5 sogar für die Finals qualifizieren konnte und damit den Grundstein für seinen zweiten Platz und 3.000 Euro Preisgeld legte, hat er wohl einer Verkettung vieler Umstände zu verdanken.
Es war Ende September, als sich die deutschen WCG-Repräsentanten für die World Cyber Games beim Sponsor adidas im bayrischen Herzogenaurach trafen, um am Teamgeist zu arbeiten und sich mental auf die Aufgabe vorzubereiten, Deutschland zu vertreten. Einer fehlte - Tim 'HLA' Gebel, der sich qualifizierte und damit die Ehre hatte, bei den WCG anzutreten. Sein unentschuldigtes Fehlen und die Umstände lösten Diskussionen in der Szene aus und führten dazu, dass HLA bestraft wurde und in Köln nicht das deutsche Trikot überstreifen durfte. Der nötige Nachrücker war yAwS und dafür darf er sich bei seinem Landsmann von Raptor Gaming wahrscheinlich nochmal ausdrücklich bedanken. Der Grund für die angebrachte Dankbarkeit ist der enorme Schub, den der Alternate-Spieler durch seine Teilnahme an den WCG bekommen hat. Es scheint, als sei diese Entscheidung der Verantwortlichen der Auslöser für yAwS' Leistungsexplosion gewesen. WCG-Teilnahme als Motivationstherapie sozusagen. Anfang November fand dann das große eSport-Event in den Kölner Messehallen statt, yAwS musste in der sogenannten "Todesgruppe" ran. Mit SaSe, InFi und Grubby bekam er es mit gleich drei Kontrahenten zu tun, die ihm auf dem Papier weit überlegen sind. Das schien den Human-Spieler allerdings kaum aus dem Konzept gebracht zu haben, auch wenn viele seine Teilnahme schlicht als aussichtslos bezeichneten. Ein besonderer Moment muss es für den deutschen Spieler aus Andernach gewesen sein, als er, vor sicher ungewöhnlicher Kulisse, InFi völlig überraschend besiegen konnte. InFi ging als haushoher Favorit in dieses Duell und zeigte, auch kurz vor dem Event, noch international hervorragende Ergebnisse. Gleich mehrfach erwähnte yAwS an diesem Wochenende in vielen Interviews mit ESL TV diesen Sieg, was wohl deutlich zeigt, dass es einer der Schlüsselmomente in den letzten Wochen war, durch den er wieder Motivation tanken und wieder ernsthaft und vor allem effektiv trainieren konnte. Das Resultat waren Siege gegen Namen wie TastyLeon, iNSoLeNCE, HLA, TryDying und letztlich sogar HasuObs - Spieler, die ihn in der Form des Saisonstarts deutlich geschlagen hätten. Auch direkt auf den Finals setzte yAwS seine Serie fort. Er schlug den zweimaligen EPS-Champion HasuObs 3:0, obwohl dieser scheinbar extrem viel trainiert hatte. Damit hatte er sich für das Finale qualifiziert, in dem er gegen XlorD überzeugte. Und das, obwohl yAwS noch nie gegen seinen Kollegen gewinnen konnte. Zudem hatte XlorD während der Saison nur ein einziges Match verloren. Er setzte ihm zu, konnte die Führung des Untoten immer wieder ausgleichen und verlor letztlich nur sehr knapp und unglücklich. Es ist offenbar so, dass yAwS es vor allem durch die unverhoffte WCG-Teilnahme geschafft hat, sich selbst aus einem tiefen Loch herauszuziehen. Dadurch konnte er jetzt sogar den zweiten Platz auf den EPS Finals belegen. Vielleicht hört man irgendwann ein leises "Danke" in die Richtung von HLA, denn ohne diesen wäre yAwS nun wohl nicht um 3.000 Euro reicher.
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