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NFS: Sliver im Gespräch

Sliver: "Mein erstes Match war die Hölle"

Während die deutschen Counter-Strike-Teams und Warcraft 3-Spieler bereits ausgeschieden sind, kämpfen im Need for Speed-Turnier noch zwei deutsche Fahrer um den Titel. Einer von ihnen, Niklas 'Sliver' Timmermann, sprach mit fragster über das Turnier, ungesunde Ernährung und Bekanntschaften mit der französischen Polizei.



fragster: Hi Niklas. Das ist Dein erster ESWC. Ist es auch Dein erstes Mal Paris?

Niklas 'Sliver' Timmermann: Ja, leider hatten wir in Need for Speed bisher noch keinen ESWC und spielen auch leider auf der Xbox. Für uns ist das noch sehr ungewohnt, da die Technik etwas anders ist und es noch kleine lustige Bugs gibt, auf die wir noch irgendwie eingehen werden. Eigentlich ist es so ganz schön hier, man sieht nur nicht viel von der Stadt.

Und wie gefällt Dir die Location? Es war immer sehr warm und auch im Spielerbereich war es nicht wirklich kühl.

Sliver: Die Temperaturen finde ich gar nicht so schlimm, allerdings könnten mehr Verpflegungsmöglichkeiten an Ort und Stelle sein – zu vernünftigen Preisen. Ich habe, glaube ich, nur von McDonalds gelebt und das wird, denke ich, wohl auch so bleiben, bis ich wieder in Deutschland bin, was natürlich nicht so ganz so klasse ist.

Und wie läuft die Xbox bei diesen Temperaturen?

Sliver: Also die Boxen laufen super, da sie frei stehen können, aber auf der Xbox bietet NfS keinen LAN-Modus, daher müssen wir im Internet fahren. Wir haben höhere Pings, einige Lags und da gibt es natürlich einige Kontroversen. Wir haben extra mehrere Kameras laufen, um dann festzustellen, wer wann wie wo was gemacht hat.

Kontroversen gab es auch aufgrund eines genutzten Lenkrads. Was hatte es damit auf sich?

"Ich habe, glaube ich, nur von McDonalds gelebt."
Sliver: Also kurz vor dem Turnier, ich glaube eineinhalb Wochen, haben wir erfahren, dass der andere deutsche Spieler, HuSkY von SK Gaming, ein Lenkrad von Logitech benutzt und an dieses Lenkrad kann man Pedale vom Computer anschließen und wenn man das macht, kann man auf einmal kuppeln, was eigentlich so nicht vorgesehen ist. Eine andere Variante ist, dass ja jedes Lenkrad eine Datei hat, in der steht, wie hoch das Grip-Level ist.

Je besser das Lenkrad, desto höher ist das Grip-Level natürlich und dieses Logitech-Lenkrad war im Endeffekt eine Sekunde pro Runde schneller als die anderen und daher haben wir dann angefragt, ob er das nutzen dürfe und entgegen der Regeln, laut denen man jede Hardware nutzen darf, hat der Admin entschieden, dass HuSkY aus Fairnessgründen auf meinem Lenkrad fährt. So kann man garantieren, dass alle Spieler die gleichen Chancen haben und man das Geld nicht gleich auf ein bestimmtes Konto überweisen muss.

Dann zum Turnier an sich. Mit Steffan hattest Du einen Clankollegen in Deiner Gruppe. Was waren denn Deine ersten Gedanken, als Du die Gruppen gesehen hast.

Sliver: Als ich die Gruppen das erste Mal gesehen habe, fand ich die schon ziemlich geil, da der Brasilianer Speed, ein ehemaliger Weltmeister, ein sehr starker Spieler ist – im Endeffekt war er dann nicht so stark, wie erwartet. Mit dem Iraner naEim gab es einen sehr starken Newcomer, der vor dem Turnier sehr starke Zeiten hingelegt hat und natürlich lecho aus Polen, der seit längerer Zeit ein sehr starker Bestandteil der Szene ist. Da war ich natürlich schon froh, dass ich mit Steffan und zwei Nonames in einer Gruppe war, was sich im Endeffekt ja auch bestätigt hat, da die beiden immer so fünf Sekunden hinter unseren Zeiten hergefahren sind. Deswegen war die Gruppe ziemlich einfach, das Weiterkommen war sowieso gesichert. Im Prinzip ging es dann nur darum, gegen Steffan um den ersten Platz zu fahren.

Und wie verlief das entscheidende Rennen gegen Steffan?

Silver beobachtet die Konkurrenz.
Sliver: Ich hatte eigentlich erwartet, dass ich verliere, da Steffan wirklich hart gekellert hatte. Dann sind wir aber auf der ersten Strecke, Brands Hatch, gefahren und ich wusste nicht, dass das nicht seine strecke ist. Er hat wohl aus Angst gegen mich die kürzeste Strecke, Glendale East, rausgewählt, da dort sehr viel passieren kann. Dann sind wir als erstes auf Brands Hatch gefahren und nach kleineren Fehlern von ihm habe ich dann doch relativ deutlich gewonnen, was mich schon gewundert hat. Auf der Nordschleife war ich bis zur Hälfte vorne und habe dann einen Bump gekriegt. Die Strecke ist uneben und bei einigen Autos bekommt man halt übertrieben starke Schläge. Daraufhin habe ich viel Zeit verloren und er konnte vorbeiziehen.

Auf Laguna Seca gab es direkt nach dem Start die erste Kontroverse: Ich bin vorne gestartet und er hat in der Kurve versucht reinzuziehen, ist mir dabei in die Tür gefahren und hatte sich dann natürlich bitterlich beschwert. Er ist an mir abgeprallt, ich bin in die Kurve rein, was natürlich ärgerlich für ihn war, aber kann man nicht ändern. Danach bin ich langsam gefahren, um das Ding nicht zu verschenken, wodurch er natürlich nochmal rangekommen ist und in der letzten Runde hat er mich mit einem unmöglichen Manöver versucht, zu überholen und hat mich dabei getroffen. Laut Regelwerk muss er mich dann wieder vorbeilassen und dann war das Rennen gelaufen. War glücklich, aber ich beschwere mich auch nicht.

Heute kam es dann zum ersten Playoff-Match gegen den ehemaligen Weltmeister Speed. Wie verlief das?

Sliver: Mein erstes Match war die Hölle. Gleich in der zweiten Kurve habe ich, warum auch immer, die Kurve schneller angefahren als möglich, was natürlich nicht so wirklich geklappt hat und dann gab es auch noch eine Berührung. Mit den vier Sekunden Rückstand auf der kurzen Strecke war das Rennen gelaufen. Ich habe es dann gar nicht mehr versucht.
"Ich denke, ich werde mich darauf konzentrieren, was ich am besten kann: Ein bisschen dreckig rumlucken und sehen, dass ich die Linie gut fahre."
Auf der zweiten Strecke bin ich ungünstigerweise hinten gestartet, wusste allerdings, dass ich schneller bin. Ich bin dann konstant hinterhergefahren und als er den ersten Fehler gemacht hat, konnte ich ihn einfach überholen und locker zu Ende fahren. Auf der dritten Strecke, wieder Nordschleife, hat er mich am Heck berührt und ich habe mich gedreht. Es gab dann einen fliegenden Restart, ich war vorne, und konnte mit fünf bis sechs Sekunden Vorsprung das Rennen gut zu Ende fahren.

Nun könnten Dir zwei brisante Matches bevorstehen: Gegen HuskY und Steffan. Mit welchen Erwartungen gehst Du in die Rennen, nachdem es ja bereits gegen einen vergleichsweise schwachen Brasilianer eng wurde?

Sliver: Es ist natürlich so, dass HuskY mit dem neuen Lenkrad nun viel trainieren konnte, was gestern noch nicht der Fall war. Daher sind meine Erwartungen da relativ gering, da er auch aufgrund seines vielen Trainings wohl der stärkste Fahrer sein wird. Ich denke, ich werde mich darauf konzentrieren, was ich am besten kann: Ein bisschen dreckig rumlucken und sehen, dass ich die Linie gut fahre. Wenn zwei Topfahrer gegeneinader fahren, ist es natürlich relativ random, vor allem durch die Lags und ich werde einfach versuchen, dass irgendwie auszunutzen, weil ich denke, dass er mir rein von der Speed her davonfahren würde.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Moon nach der Niederlage
 
 
 
 
 
Hoffen und Bangen
 
 
 
 
 
 
Sliver wartet auf sein Halbfinale...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Bangen um den Rundensieg
 
NFS: Sliver im Gespräch
ESWC Grand Finals 2010 - Tag 3
75

Dann ist es natürlich so, sollte ich dann auf Steffan treffen, dass ich den moralischen Vorteil habe, da ich ihn hier schon mal schlagen konnte. Da ist dann natürlich alles möglich, obwohl es für mich dann nicht mehr so wichtig ist, da wir dann zwei aTTaX-Fahrer im Finale hätten. Für mich geht es nur darum, in die Preisgeldränge zu fahren, unter anderem, um die 90 Euro für die französische Polizei reinzuspielen.

Was ist denn da passiert?

Sliver: Die Freunde haben mich erwischt! Vor dem Hotel ist eine Einbahnstraße und ich stand da im Prinzip zwei Meter hinter dem Schild und hätte sehr weit fahren müssen, um da rauszukommen. Da ich aber eh keine Zeit hatte, wollte ich da einfach raus, Gas geben und wegfahren. Das habe ich dann auch gemacht, aber an der Ecke stand schon ein blau-weißes Auto, was mich dann auch mit Blaulicht rausgezogen hat. Dann haben sie mir konstant auf französisch erklärt, was ich falsch gemacht habe, was recht unhöflich war, da sie gesehen hatten, dass ich Deutscher war und ich sie auch gefragt hatte, ob das nicht auch auf Englisch ginge. Auf jeden Fall musste ich dann zurück ins Hotel, die kamen mit und standen mit Blaulicht vor dem Hotel, und dann musste ich da direkt die 90 Euro zahlen. Dann haben sie mir die Fahrzeugpapiere zurückgegeben und mir auf Deutsch einen schönen Tag gewünscht.

Dafür haben sie bei der WM gefailt. Deutschland ist allerdings noch dabei und das Spiel wäre parallel zu Deinem möglichen Finale. Schon eine Idee?

Sliver: Joa, da wäre es schon ärgerlich, wenn ich bis ins Finale kommen würde. Andere würden sich freuen, ich würde mich ärgern. Entweder muss das Spiel parallel auf einem Stream laufen oder ich muss einen Def-Loss verteilen. (lacht) Das Timing ist halt Scheiße, da die Wahrscheinlichkeit, dass Deutsche weit kommen, recht hoch war und da ein Finale hinzulegen, ist schon etwas fies. Da wollten uns die Franzosen wohl einen reinwürgen, da wir noch im Turnier sind und die schon wieder in Paris.

So sieht's aus. Vielen Dank für das Interview.


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Jan 'skY' Leverenz
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