Wenn man sich im Turnierbereich des ESWCs bewegt, könnte man meinen, man sei in Kanada und nicht an der amerikanischen Westküste. "You 'ave to 'urry up", verwarnt da einer der Admins im unverkennbaren französischen Dialekt ein CS-Team, welches immer noch nicht auf dem Server ist. Und auch der Pressebereich ist fest in französischer Hand: Esportfrance.com ist mit mehr Mannen in San José als die Amerikaner von gotfrag. Man merkt, der ESWC ist ein französisches Produkt. Doch dass dieses nur im begrenzten Maße ein Exportgut ist, beweisen die ersten Grand Finals außerhalb der französischen Grenze.
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Nvidia holte den ESWC nach San José.
Die Bilder aus dem letzten Jahr nährten die Hoffnung, dass eSport wirklich mehr sein könnte als nur eine Randerscheinung: Tausende Besucher, die vorrangig wegen des eSports in den Expo Parc kamen. Ein CS-Finale mit Gänsehautstimmung. Und ein Turnier, das eine Philosophie verfolgte, in der die Spieler im Mittelpunkt des Geschehens standen.
Auf dem Grand Final 2008 ist von diesen Impressionen nicht mehr viel übrig. Der ESWC hat mit dem Umzug nach San José vieles von seinem Zauber verloren.
Leere Stühle
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ESWC Stage in San José
Deutlich wird dies schon beim Blick auf die Zuschauer: In weiser Voraussicht auf das ausbleibende Publikum stehen deutlich weniger Stühle vor der immer noch imposanten Main-Stage als letztes Jahr in Paris. Doch was heißt Main-Stage? Es ist die einzige auf den Grand Finals. Während in Frankreich drei zusätzliche Bühnen für das Publikum aufgebaut wurden, gibt es in San José ein Jahr später nur ein paar TFT-Monitore, vor denen sich eine Hand voll Leute versammeln, um von außen die Spiele zu verfolgen; die meisten von ihnen sind selbst Spieler. Gleiches vor der Main-Stage. Einzig während des CS-Spiels MYM gegen mTw sind es mehr als ein paar Dutzend Zuschauer. Aber auch hier tragen die meisten ein Teilnehmer-Badge um den Hals. Ein bitterer Vergleich, waren es doch dieselben Mannschaften, die ein Jahr zuvor noch, damals mit anderem Clan-Tag, eines der aufregendsten CS-Spiele aller Zeiten vor beinahe 2.500 Zuschauern boten.