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QL: IEM 4 World Championship

Die Weltmeisterschaft im Rückblick

Die IEM 4 World Championships in Quake Live, welche vergangene Woche auf der CeBIT abgehalten wurden, lieferten den Zuschauern wahrlich prachtvolle Spiele. Doch wie bei fast jedem Event gibt es auch Schattenseiten und besonders diese ließen den Glanz der Weltmeisterschaft am ersten Turniertag völlig verschwinden. Heftige Ping-Probleme durch Angriffe auf das Netzwerk und Probleme mit den Servern von ID Software machten die ersten Turnierspiele der Gruppe A schier unmöglich.



Gegen zehn Uhr sollten am Mittwochmorgen die ersten Spiele beginnen, doch ist gerade einmal ein Bruchteil der zu erwartenden Spieler vor Ort. Stück für Stück laufen die übrigen Vertreter des schnellen Shooters auf, um vor überaus miserable Turnierverhältnisse gestellt zu werden. Erster Kritikpunkt ist hier ganz klar die Lautstärke in der Halle gewesen. Man hatte zumindest einen separaten Bereich für die Spieler erwartet, um diese vor den Umgebungsgeräuschen besser abzuschotten, doch die Spieler standen mitten im Schussfeld der leistungsstarken Boxen. Der Hintergedanke dabei war der, dass die Veranstalter den Zuschauern die Spieler näher bringen wollten, indem diese ihren Favoriten bei der Arbeit über die Schulter blicken können. Doch muss so was denn mitten im Schlachtfeld von extrem lauten Preisverteilungen und Werbeaktionen sein?

Von Lautstärke-, Netzwerk- und Server-Problemen

Doch war das noch längst nicht alles. Neben der Lautstärke wurde die Spielqualität zusätzlich durch erhebliche Lags geschmälert, welche zum einen durch die DDos-Attacken, die gezielt einzelne PCs dem Netzwerk unzugänglich machten, und zum anderen offenbar durch falsch konfigurierte LAN-Server von ID Software verursacht wurden. Nun gibt es Spieler, die lassen sich davon weniger aus der Ruhe bringen und solche, deren Fokus dadurch gänzlich zerstört wird. So erging es vor allem Alessandro 'stermy' Avallone, welcher durch diese Situation völlig unter seinen Fähigkeiten spielte. In seinem Spiel gegen Maciej 'Av3k' Krzykowski auf der Map tourney9 hatte er direkt zu Beginn einen längeren Lag, als er sich gerade das Megahealth schnappen wollte, wurde darauf von dem Polen gefraggt und verlor somit alle Items. Doch das war nur eine kleine Szene unter vielen, welche bei allen Spielern die Motivation sichtlich schmälerte. Schließlich entschieden sich die Veranstalter nach mehreren Stunden und gerade einmal fünf von zwölf zu spielenden Partien dazu, die übrigen Paarungen am Folgetag auszutragen.

rapha behauptete sich gegen DaHanG.
Die Veranstalter wollten die Probleme des Vortages so souverän wie möglich lösen, doch auch das schien nicht ganz so einfach zu sein, wie gedacht. Ein Fachmann von ID Software sollte sich um die LAN-Server kümmern und diese rechtzeitig fertig stellen. Doch – aus welchen Gründen auch immer – funktionierte das Ganze nicht. Da die PCs im Turnierbereich weiterhin durch die DDos-Attacken beeinträchtigt waren, wurden die Spieler der Gruppe B kurzerhand auf die Bühne verfrachtet. Allerdings nicht, um endlich Quake auf der Leinwand zu übertragen, nein, der Grund war der, dass auf der Bühne ein anderes Netzwerk benutzt wurde. Somit konnten die DDos-Attacken umgangen werden und die Spieler auf deutschen Quake Live-Servern spielen. Mit Pings von 5-15 Millisekunden waren diese für alle Teilnehmer akzeptabel und so wurde ein weiteres Mal von den Admins gut improvisiert.


Die Spiele konnten dadurch nicht vor Ort verfolgt werden, es sei denn, der Besucher achtete auf den Spielerbereich, wo Chance 'Chance' Lacina und Shane 'rapha' Hendrixson als Spectator die Spiele verfolgten. Doch dies war für den Messebesucher, der gerade deswegen angereist war, sicher keine Genugtuung. Die Spiele an sich liefen dann ohne Probleme ab und wurden ohne großartige Verzögerungen zu Ende gespielt. Die größte Überraschung war in Gruppe B sicherlich der einzige Schwede Magnus 'fox' Olsson, welcher es mit seinen HoN-Vorbereitungen auf einen respektablen zweiten Gruppenplatz schaffte. Im Anschluss an die B-Gruppenspiele folgten die ausstehenden Partien vom Vortag. Nun konnten die Quake-Fans vor Ort wieder durch atmen, denn das Netzwerkproblem im Spielerbereich schien endlich gelöst, so dass auch diese nun über deutsche Online-Server ihre übrigen Paarungen austragen konnten. Und dem sei Dank bekamen die Zuschauer noch einige, wahrlich erstklassige Partien geboten. Dabei denkt man vor allem an die Spiele von Anton 'Cooller' Singov gegen Av3k oder rapha. Unterstützung bekam der Russe dabei vom späteren CS-Champion Na'Vi.

Av3k zerlegte fox.
Der Freitag jedoch war – was die Quake-Spiele anbelangt – etwas schwach auf der Brust. Es wurden nur die Relegationsspiele für die übrigen beiden Plätze im Halbfinale ausgetragen. Bei diesen konnte sich rapha endlich bei seinem Landsmann Tim 'DaHang' Fogarty für die Niederlage auf den IEM American Championship revanchieren und das Spiel mit einem nach Mapscores klaren 3:0 – mit auf den einzelnen Maps jedoch sehr engen Ergebnissen – behaupten. Die zweite Partie zwischen Av3k und fox war für viele sicherlich eine herbe Enttäuschung, denn der Schwede wurde gnadenlos zerpflückt und konnte seine mitunter sehenswerte Leistung des Vortages nicht abrufen. Vielleicht lag es aber auch an Av3k, der an diesem Tag ein perfektes Spiel ablieferte und in dieser Form möglicherweise auch das Finale erreicht hätte. Nach effektiv einer Stunde Quake Live auf dem B-Stream rundeten James Harding und Joe Miller für die Zuschauer zu Hause mit ihrer englischen Moderation des CS-IFNGs das Programm des Freitags ab.

Würdiger Finaltag

Endlich war es so weit! Die Spiele, auf welche alle gewartet hatten, standen auf dem Programm. Und endlich wurde Quake Live auf der großen Bühne übertragen, was für scheinbar alle Zuschauer – egal ob Quaker, CSler, WoWler oder normaler Besucher – fesselnd und unterhaltsam war. Es begann mit der Partie zwischen Av3k und Cooller, die ein weiteres Mal aufeinander trafen – doch ging es nun um den Einzug in das Finale. Auch hier konnte sich der Russe behaupten und bezwang seit längerer Zeit endlich wieder das polnische Kraftpaket in einem Spiel, bei dem es um alles oder nichts ging. Endstand 3:1 für Cooller – erkennbar knapp und sichtlich erleichtert über diesen wichtigen Sieg für die Quake-Legende. Er kann es also immer noch!


Im Anschluss daran die wohl nervenaufreibendste Partie zwischen dem Sieger der European Finals, Alexey 'Cypher' Yanushevsky, und dem SK-Spieler rapha. Der Weißrusse konnte sich auf den ersten beiden Maps behaupten und legte somit eine starke 2:0-Führung vor. Doch rapha war in diesem Turnier an Souveränität nicht zu übertreffen und ließ sich von seiner Lage nicht beirren, sah es doch im Finale der letztjährigen QuakeCon gegen Sebastian 'Spart1e' Siira nicht anders aus. Er rettete die dritte Map denkbar knapp mit 3:2 und arbeitete sich dadurch an ein 1:2 heran. Es folgten der Ausgleich auf dm6 und ein perfektes Spiel auf der entscheidenden Map, auf der einem chancenlosen Cypher klar dessen Grenzen aufgezeigt wurden. Somit schaffte rapha das unglaubliche Comeback und sicherte sich seinen Platz im Finale gegen sein Idol Cooller.


Die Ergebnisse glichen immer mehr den Torverhältnissen einer Fußballmeisterschaft, doch wurden die Spiele dadurch nicht langweiliger. Ein völlig entspannter rapha führte einen mitunter spürbar nervösen Cooller vor und gewann zwar knapp, aber insgesamt deutlich mit einem 3:1 nach Maps. Somit konnte dieser sich einen weiteren Traum verwirklichen, indem er neben John 'ZeRo4' Hill ebenfalls endlich Cooller in einem wichtigen Quake-Turnier schlagen konnte. Die Freude und Erleichterung darüber waren ihm anzusehen und er schrie seinen Jubel heraus. Dies waren die letzten und wohl schönsten Momente und Bilder des IEM 4 World Championship.


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