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Doppelinterview zur IEM 4 World Championship cArn und Esenin über das CS-Finale, Geld und Hot-Dogs
Patrik, nimmst Du es Na'Vi übel, dass das Team Euch den Titel weggeschnappt hat? Patrik 'cArn' Sattermon: Nein, überhaupt nicht. Es ist eher so, dass man darüber nachdenkt, was man selbst und als Team falsch gemacht hat und wie wir es verpasst haben, die Runden zu gewinnen. Das Finale ist sehr eng gewesen, es hätte so oder so ausgehen können. Wir haben heute nicht so gut gespielt wie gestern gegen SK Gaming, aber ich habe schon vor dem Turnier geschätzt, dass Na'Vi ein sehr gutes Turnier spielen wird. Nun haben wir im Finale gegen sie gespielt und sie waren besser. Insofern war es eine gute Einschätzung, leider. Hast Du fnatic so stark eingeschätzt, wie es im Finale gespielt hat, Arsenij? Arsenij 'Esenin' Trynozhenko: fnatic ist ein großartiges Team, folglich haben wir eine sehr schwere Partie erwartet. Wie cArn gesagt hat, es war ein sehr knapper Sieg, vor allem die letzten Runden waren sehr eng. Wir waren überrascht, dass wir es geschafft haben, ein so großartiges Team wie fnatic zu schlagen. Ab wann habt Ihr gedacht, dass Ihr dieses Turnier gewinnt? Esenin: Wir waren uns nie richtig sicher, aber nach dem Sieg gegen mousesports dachten wir, dass wir eine Chance haben, das Turnier zu gewinnen. Und während dem Finale? Esenin: Nein, auf Inferno war es ein so knappes Spiel und fnatic lag sogar einige Zeit lang vorn. Aber in den letzten zwei Runden habe ich angefangen darüber nachzudenken, als ich dsn und threat getötet hatte und wir den A-Spot angegriffen hatten. Woran lag es, dass Ihr Euch im Finale gegen Na'Vi so schwer getan habt? cArn: Es lag sehr viel am Aim von Na'Vi. Außerdem war es sehr schwer vorauszusehen, wo sie auf der Map nun hingehen würden. Mit markeloff haben sie natürlich auch einen sehr starken AWP-Spieler – vielleicht hatten wir etwas zuviel Angst vor ihm, zumindest am Anfang. Ich würde nicht irgendwelche Taktiken für das Ergebnis verantwortlich machen, denn das ganze Spiel war sehr knapp. Aber teilweise war es auch einfach Pech von uns. Beispielsweise unsere Glock-Eco-Runde auf de_train, die zweite T-Runde. Es gab eine 1on1-Situation – ich weiß nicht, gegen wen ich da gespielt habe, aber es war ein Aim-Duell. Ich verlor, aber ich schätze, dass der Kerl noch ungefähr 10 HP am Ende hatte ... Esenin: ... das war ich und ich hatte tatsächlich noch 10 HP. cArn: Siehst Du, es hätte ganz anders ausgehen können. Wenn wir diese Runde gewonnen hätten, hätte das wahrscheinlich ausgereicht, um die sechs Runden zu gewinnen, die wir zum Gewinnen der Map brauchten. Wenn wir die erste Map gewinnen, ist es zudem sehr schwer, uns in der zweiten Map zu stoppen, wie man gestern im Spiel gegen SK sehen konnte. Wenn wir die erste Map gewinnen, können wir uns vom ganzen Druck befreien und spielen einfach unser aggressives Spiel. Nichtsdestotrotz wird es für Na'Vi in Zukunft schwer werden, denn nun kennt jeder ihre Taktiken und sie müssen sie überarbeiten. Alle Augen liegen nun auf Na'Vi. Vielleicht ist das über das ganze Jahr hinweg gesehen gut für uns. Arsenij, ist das nun schon Euer Highlight für 2010? Esenin: Es ist gerade mal der Anfang und es wird dieses Jahr noch viele große Turniere geben. Es ist unser erster großer Erfolg als Team und ich weiß nicht, was die Zukunft bringen wird. Es wird aber viel schwerer für uns werden zu gewinnen. Glaubt Ihr beide, dass Ihr den besten Gegner des Turniers im Finale als Gegner hattet? cArn: Ja, das wusste ich auch schon vorher. Esenin: Auf jeden Fall. Wie ich schon sagte: fnatic ist ein großartiges Team! Wie schwer wird es für Euch, an der Spitze der Counter-Strike-Szene zu bleiben? Esenin: Sehr schwer. Vor allem müssen wir trainieren, trainieren, trainieren und uns neue Taktiken ausdenken. Patrik, habt Ihr vor, etwas zu ändern, nachdem Ihr nun zum zweiten Mal in Folge nur Zweiter geworden seid? cArn: Überhaupt nicht. In den letzten 14 Monaten oder so hatten wir nur threat als Neuzugang und standen in beinahe jedem Turnier im Finale. Manchmal gewinnst du halt, manchmal nicht. Aber am Ende des Tages kommt es nur auf die Konstanz an und die haben wir. Ich spiele nun schon fast meine gesamte Karriere bei fnatic und ich bin stolz darauf, in diesem Team zu sein. Heute haben wir nur einen besseren Gegner getroffen, aber wir werden hart arbeiten, um die nächsten Turniere zu gewinnen und Na'Vi das nächste Mal zu besiegen. Arsenij, Ihr habt nun 10.000 Dollar für jeden Spieler gewonnen. Das ist eine Menge Geld, gerade in der Ukraine. Was wirst Du mit dem Geld anfangen? Esenin: Auf jeden Fall werde ich eine Menge Hot-Dogs essen! (lacht) Ich weiß es nicht wirklich. Das Geld wird erst in einem Jahr ausbezahlt, also habe ich Zeit, mir Gedanken darüber zu machen. Vielleicht kaufe ich mir ein kleines Auto oder werde meinen Eltern einen Teil davon geben. Haben sie Dich dabei unterstützt, Pro-Gamer zu werden? Esenin: Ja, natürlich. Sie haben mir 20 Jahre lang Geld zum Essen, Trinken, Schlafen und allem Möglichen gegeben. |
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Was ist für dich der größere Verlust, Patrik: Das entgangene Preisgeld oder der entgangene Titel? cArn: Der Titel und das verpasste Ansehen, ernsthaft. Man denkt nicht wirklich über das Preisgeld nach – keines der Top-Teams macht das. Vor allem, weil es so viel Spaß macht zu spielen und es so viel Ansehen bringt, seine Spiele zu gewinnen. Wenn man sich den Verlauf der Counter-Strike-Szene im letzten Jahr ansieht, hat die Zahl der professionellen Teams stark zugenommen. An diesem Turnier haben insgesamt zwölf Teams teilgenommen und acht davon waren in der Lage, der Champion zu werden. Also denkt man gar nicht an das Preisgeld, sondern an den Titel. Wie sah das bei Euch aus: War es besser, den Pokal in Händen zu halten oder das Preisgeld zu bekommen? Esenin: Im Moment ist das Geld für uns sehr wichtig. Wenn du in der Ukraine lebst, musst du etwa ein Jahr arbeiten, um 10.000 Dollar zu bekommen. Aber die Trophäe ist auch sehr schön, vor allem, wenn man so großartige Teams schlägt und Erster wird. Irgendwelche letzten Worte? cArn: Ja. Ich möchte Na'Vi noch "Good Game" sagen. Ich hoffe, dass sie ein Top-Team bleiben, weil ich denke, dass sie sehr viel Talent und Skill haben. Danke auch an MSI, SteelSeries und bigfoot network dafür, dass sie unser Team unterstützen. Esenin: Ein großes Dankeschön an Arbalet, unseren Sponsor, an unseren Manager ZeroGravity und an unsere Fans und Eltern. Das Interview wurde von Johannes 'herby' Kallenbach und Simon 'Rudi' Wondracek geführt.
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