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Meinung: Der Verfall des Battle.nets

Mach was, Blizzard!

Blizzard ist bekannt für vorzügliche Spiele wie das neue Starcraft 2, welches von den Beta-Testern bereits gelobt wird. Auf einem Nebenschauplatz aber, dem Warcraft 3-Battle.net, schafft das Unternehmen es nicht, Hackern Einhalt zu gebieten. Die verbliebenen WC3-Fans schimpfen auf ein Weltunternehmen, welches den Support eines alten Klassikers anscheinend aufgegeben hat.



Starcraft, Diablo, Warcraft 3, World of Warcraft und jetzt Starcraft 2: Blizzard Entertainment ist eines der erfolgreichsten Spieleunternehmen der Welt und für qualitativ hochwertige Titel bekannt. Eigentlich müsste Blizzard gute PR vor dem Verkaufsstart von Starcraft 2 für wichtig erachten. Es ist der Firma aber offenbar völlig egal, was die übrig gebliebenen Warcraft 3-Spieler im Battle.net denken. Seit Wochen schon ist die Online-Plattform für WC3 nicht mehr ernsthaft benutzbar – Hacks sind der Grund dafür. Klar, es gab schon immer Leute, die mit unfairen Mitteln spielten, doch was aktuell auf Northrend los ist, übersteigt Bekanntes bei weitem.

Neuerdings im Trend: Tower, die nach wenigen Sekunden fertig sind.
Die einzige spannende Frage, die man sich stellt, wenn man ein Ladder-Spiel sucht, ist: "Wie werde ich dieses Mal gehackt? Ganz simpel mit einem Fatal Error? Oder doch die lustigere Methode mit den Gebäuden, die unzerstörbar sind?" Fakt ist: Nur mit Glück bekommt man mal einen Gegner, der nicht hackt. Deshalb ist Warcraft 3 im Battle.net momentan unspielbar. Seit Wochen schon ist es Blizzard nicht gelungen, den Hackern Einhalt zu gebieten.

Alles fing im Januar an, als der "Crash-Hack" die Spieler zum Verzweifeln brachte. Nach kurzer Spielzeit beförderte dieser den Gegner auf dessen Desktop und schloss das Spiel. Blizzard reagierte und beseitigte die Lücke. Es dauerte keine Woche, bis die Hacker sich etwas Neues ausgedacht hatten: Gebäude bauen, die unzerstörbar sind. Der Hack-Anwender selber ist damit unbesiegbar. Jetzt gibt es auch noch einen neuen "Crash-Hack", der einen wieder auf den Desktop schmeißt, jedoch verbunden mit einem "Fatal Error" – wie abwechslungsreich. Die Entwickler der Hacks schauen schmunzelnd zu und verdienen dabei noch.

Diese Tower sind unzerstörbar.
Das geht jetzt schon seit Wochen so. Verschwörungstheoretiker im Battle.net sind sogar davon überzeugt, das sei alles Taktik. Blizzard wolle, dass die Leute sich auf Starcraft 2 konzentrieren. Schuld an solchen Theorien ist der Frust, der sich bei denen auftut, die doch noch gerne ab und zu Warcraft 3 spielen. Doch weshalb tut Blizzard nichts dagegen? Technisch werden die Entwickler den Hackern doch wohl überlegen sein und die SC2-Beta dürfte auch nicht alle Programmierer des Unternehmens beschäftigen. Auf Nachfrage des Autors, wie man mit dem Problem umzugehen gedenkt, antwortete Blizzard bisher leider nicht. Auch auf Forenthreads, die zum Handeln auffordern, reagiert Blizzard nicht. "Wir alle haben dieses Spiel gekauft und glaubten, Blizzard stelle höchsten Spielspaß, Qualität und Support sicher. Aber Blizzard tut momentan nichts dergleichen", schreibt der Ersteller eines Threads. "Ja wir wissen, dass Starcraft 2 der neueste Geldbringer ist, aber ihr könnt die älteren Spiele nicht einfach aufgeben, nur weil sie nicht profitabel sind. Das stellt die Benutzer, die das Spiel gekauft haben und Blizzard gegenüber trotz des schwachen Supports in den letzten Jahren loyal gewesen sind, nicht zufrieden", beschwert sich der erboste WC3-Fan weiter.

Wenn sich im Battle.net nur noch ein paar hundert Spieler rumtreiben würden, wäre Blizzards Verhalten verständlicher. Aber so ist es nicht. Sucht man ein Match, findet man meist in 30 Sekunden eines. Auch wenn es weniger geworden sind: Noch ist es eine beträchtliche Masse an Spielern, die von diesen Hacks gestört werden.

Warcraft 3 war Blizzards Baby. Jetzt ist es alt und Blizzard scheint sich nicht mehr darum zu kümmern. Fans zu vergraulen, indem man Hackern nicht entgegentritt, ist traurig. Nicht zu vergessen: Ein Besuch im Elektromarkt beweist, dass WC3 noch immer zahlreich in den Schränken steht. Auch deshalb darf man diesen Mindest-Support wohl erwarten. Vielleicht ist es aber auch anders und Blizzard möchte WC3 in das neue Battle.net integrieren. Das wäre eine gute Nachricht, wenngleich es dem Unternehmen nicht die Freiheit gibt, das Spiel bis dahin verfallen zu lassen.


Quellen: forums.battle.net

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Roman 'TruthBear' Lammers
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